B2.2 · Listening

Hören: Fachinterview

  1. Frau Doktor Berg, viele Menschen nehmen sich im Januar vor, gesünder zu essen – und geben im Februar wieder auf. Woran liegt das? Meistens daran, dass die Vorsätze zu streng sind. Wer von einem Tag auf den anderen alles ändern will, hält das selten durch. Kleine Schritte sind viel erfolgreicher. Was raten Sie denn konkret? Mein wichtigster Rat ist: Essen Sie viel Gemüse und trinken Sie genug Wasser. Das klingt einfach, aber die meisten Erwachsenen essen nicht einmal die Hälfte der empfohlenen Menge Gemüse. Und Süßigkeiten? Muss man die ganz streichen? Nein. Man muss übrigens nicht völlig auf Süßigkeiten verzichten; entscheidend ist das Maß. Ein Stück Schokolade am Nachmittag ist kein Problem. Schwierig wird es, wenn Süßes zur Belohnung für jeden stressigen Moment wird. Stress spielt also eine Rolle? Eine sehr große. Stress und Zeitmangel führen zu schlechten Gewohnheiten: Man isst nebenbei am Schreibtisch, greift zu Fertiggerichten und merkt gar nicht, wie viel man isst. Hätten die Menschen mehr Zeit zum Kochen, würden sie ganz automatisch gesünder essen. Man hört oft, Kaffee sei schädlich. Stimmt das? Kaffee soll ja an allem schuld sein – aber die Studien sagen etwas anderes. Drei bis vier Tassen am Tag sind für gesunde Erwachsene unbedenklich. Problematisch ist eher der Zucker, den viele hineinrühren. Zum Schluss: Was halten Sie von Diäten? Von strengen Diäten halte ich wenig. Nach ein paar Wochen ist das alte Gewicht meistens wieder da. Besser ist es, die Ernährung dauerhaft ein bisschen umzustellen – und dabei nicht jeden Tag perfekt sein zu wollen. Frau Doktor Berg, vielen Dank für das Gespräch.