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Homeoffice: Fluch oder Segen?
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Das Arbeiten von zu Hause wird seit einigen Jahren oft als ideale Lösung dargestellt: kein Stau am Morgen, keine lauten Großraumbüros, mehr Zeit für die Familie. Befürworter betonen vor allem die gewonnene Flexibilität. Termine könnten besser mit dem Familienleben vereinbart werden, und wer konzentriert arbeiten wolle, werde zu Hause seltener unterbrochen. Eine Umfrage des Instituts für Arbeitsforschung zeigt, dass zwei Drittel der Beschäftigten, die im Homeoffice arbeiten dürfen, diese Möglichkeit nicht mehr aufgeben möchten. Viele geben an, produktiver zu sein als im Büro. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verschwimme. Wer ständig erreichbar sei, arbeite am Ende mehr, nicht weniger. Tatsächlich berichtet dieselbe Umfrage, dass ein Drittel der Befragten abends und am Wochenende regelmäßig E-Mails beantwortet. Hinzu kommt ein Problem, das erst nach Monaten sichtbar wird: Der informelle Austausch mit den Kollegen fehlt. Ideen, die früher in der Kaffeeküche entstanden sind, entstehen nun gar nicht mehr. Führungskräfte berichten außerdem, dass neue Mitarbeiter länger brauchen, um sich im Team zurechtzufinden. Beide Seiten haben gute Argumente, und die meisten Unternehmen haben deshalb eine Mischung eingeführt: zwei oder drei Tage im Büro, der Rest zu Hause. Doch auch dieses Modell funktioniert nur, wenn es klare Absprachen gibt. Wann muss man erreichbar sein? Wann darf der Laptop zugeklappt bleiben? Welche Besprechungen finden vor Ort statt? Entscheidend ist daher nicht der Ort, an dem gearbeitet wird, sondern eine klare Regelung der Arbeitszeiten. Unternehmen, die feste Kernzeiten und einen Tag ohne Meetings eingeführt haben, melden zufriedenere Mitarbeiter – unabhängig davon, ob diese zu Hause oder im Büro sitzen. Das Homeoffice ist also weder Fluch noch Segen. Es ist ein Werkzeug, das man richtig einsetzen muss.