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Leserbrief: Zu wenig Grün in der Stadt
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Sehr geehrte Redaktion, mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel „Neustadt wächst – aber wohin?“ vom 12. März über die Stadtplanung gelesen. Sie beschreiben darin sehr genau, wie viele neue Wohnungen in den nächsten Jahren entstehen sollen, und ich stimme Ihnen zu, dass die Stadt dringend bezahlbaren Wohnraum braucht. Als langjährige Bewohnerin des Nordviertels möchte ich jedoch einen Punkt ergänzen, der in Ihrem Artikel nur am Rande erwähnt wird: In unserem Viertel fehlt es eindeutig an Grünflächen. Wo früher ein kleiner Park mit alten Kastanien war, ist im letzten Jahr ein Parkhaus gebaut worden. Der Spielplatz an der Ecke Bergstraße ist einer Tiefgarage gewichen, und die Wiese hinter der Schule ist inzwischen mit drei Wohnblocks bebaut. Kinder haben kaum noch Platz zum Spielen, ältere Menschen finden keine Bank im Schatten mehr, und an heißen Sommertagen heizt sich das Viertel spürbar stärker auf als noch vor zehn Jahren. Das ist nicht nur mein Eindruck: Die Stadt selbst hat in ihrem Klimabericht festgestellt, dass das Nordviertel zu den am dichtesten bebauten Gebieten gehört. Ich habe Verständnis dafür, dass Wohnungen gebaut werden müssen. Aber Wohnen bedeutet mehr als vier Wände. Wer Familien in die Stadt holen will, muss ihnen auch Orte bieten, an denen sie sich aufhalten können, ohne etwas zu konsumieren. In anderen Städten ist das längst erkannt worden: Dort wird bei jedem neuen Bauprojekt ein fester Anteil der Fläche für Grün reserviert. Ich fordere die Stadt deshalb auf, beim nächsten Projekt mehr an die Bewohner zu denken und den Bebauungsplan zu ändern, bevor die letzte freie Fläche verschwunden ist. Konkret schlage ich vor, dass mindestens ein Fünftel jedes Grundstücks unbebaut bleibt und dass die Anwohner bei der Planung angehört werden. Vielleicht greift Ihre Zeitung das Thema noch einmal auf – es betrifft nicht nur unser Viertel. Mit freundlichen Grüßen Karin Schmidt, Neustadt