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Was jeder Einzelne tun kann

  1. Der Klimawandel wird in den Medien oft als ein Problem dargestellt, das nur die Politik lösen könne. Tatsächlich sind große Entscheidungen unverzichtbar: Ohne Gesetze für Industrie, Verkehr und Energieversorgung werden die Klimaziele nicht zu erreichen sein. Nur der Staat kann etwa den Ausbau von Bahnstrecken und Stromnetzen in großem Maßstab organisieren. Doch wer daraus schließt, dass das eigene Verhalten keine Rolle spiele, macht es sich zu einfach. Rund ein Viertel der Treibhausgase geht direkt oder indirekt auf private Haushalte zurück – auf das Heizen, auf Autofahrten, auf Flugreisen und auf das, was wir essen und kaufen. Wer weniger Fleisch isst, öfter das Rad nimmt und bewusster konsumiert, trägt also durchaus zum Klimaschutz bei. Das bedeutet nicht, dass jeder auf alles verzichten muss. Schon kleine Veränderungen wirken, wenn viele Menschen sie umsetzen. Hinzu kommt ein zweiter Effekt, der oft übersehen wird: Das Verhalten der Verbraucher verändert den Markt. Als immer mehr Kunden nach Ökostrom fragten, bauten die Energieversorger ihr Angebot aus. Ähnliches gilt für Lebensmittel: Seit mehr Menschen vegetarisch essen, haben fast alle Supermärkte ihr Angebot an Fleischersatzprodukten deutlich erweitert. Und wo viele Menschen Rad fahren, entstehen früher oder später auch bessere Radwege. Private Entscheidungen sind also auch politische Signale. Natürlich darf man die Verantwortung nicht einfach auf den Einzelnen abschieben. Wer auf dem Land lebt und keinen Bus vor der Tür hat, kann nicht ohne Weiteres auf das Auto verzichten. Hier ist tatsächlich die Politik gefragt. Hätten alle Menschen ihren Energieverbrauch schon vor zwanzig Jahren gesenkt, wäre die Lage heute weniger dramatisch. Diese Zeit lässt sich nicht zurückholen. Es ist aber auch nie zu spät, anzufangen.