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Lesen: Lyrik (Ringelnatz, Morgenstern)

Lesson · 4 rules · about 4 min

Lies zwei klassische komische Gedichte genau und sag präzise, warum sie witzig sind: das Stilmittel, der Reim und was das alles ergibt.

  1. 1Finde das Missverhältnis (Fallhöhe)
  2. 2Ironie und Untertreibung in einzelnen Wörtern
  3. 3Benenne die Form und prüf sie Vers für Vers
  4. 4Stilmittel, Form, Deutung: die Deutung in drei Sätzen
Why this matters

Eine Gedichtlektüre mit zwei vollständigen kurzen Gedichten und einem Kommentar. Gedicht 1: Joachim Ringelnatz (1883–1934), „Die Ameisen“, sechs Verse, eine Strophe. Gedicht 2: Christian Morgenstern (1871–1914), „Das ästhetische Wiesel“, elf kurze Verse in vier Strophen, in der ursprünglichen Schreibung (Wißt ihr). Beide Texte sind gemeinfrei, weil ihre Autoren vor mehr als 70 Jahren gestorben sind, und dürfen deshalb vollständig zitiert werden. Der dritte Teil ist KEIN Gedicht, sondern ein für diesen Kurs geschriebener Kommentar, „Die Komik der Unverhältnismäßigkeit“, der die beiden vergleicht. Gedichte genau zu lesen, bedeutet dreierlei: das Stilmittel sehen (Missverhältnis, Ironie, Untertreibung, Selbstbezug), die Form benennen (Reimschema, Strophe, Zeilenumbruch) und eine Deutung formulieren. Der Wortschatz der Gedichtanalyse: das Reimschema (Paarreim aabb, Kreuzreim abab, umarmender Reim abba, Schweifreim aabccb), die Strophe, der Vers, die Pointe, die Ironie, die Untertreibung, das Missverhältnis, die Fallhöhe. Die Fragen betreffen beide Gedichte und das, was der Kommentar sagt: Prüf jede Aussage zur Form am Gedicht selbst.

Zwei Gedichte (Ringelnatz, Morgenstern) und ein Kommentar: Die Komik der Unverhältnismäßigkeit

Gedicht 1 – Joachim Ringelnatz (1883–1934): Die Ameisen In Hamburg lebten zwei Ameisen, Die wollten nach Australien reisen. Bei Altona auf der Chaussee Da taten ihnen die Beine weh, Und da verzichteten sie weise Dann auf den letzten Teil der Reise. Gedicht 2 – Christian Morgenstern (1871–1914): Das ästhetische Wiesel Ein Wiesel saß auf einem Kiesel inmitten Bachgeriesel. Wißt ihr weshalb? Das Mondkalb verriet es mir im Stillen: Das raffinier- te Tier tat's um des Reimes willen.

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