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Subjektive Modalverben: Vermutung

Lesson · 4 rules · about 5 min

Sag mit einem einzigen Modalverb genau, wie sicher du dir bist: Er muss krank sein, der Zug dürfte Verspätung haben, das kann nicht wahr sein.

  1. 1Die Sicherheitsskala
  2. 2Vermutung über die Vergangenheit: Modalverb + Partizip II + haben / sein
  3. 3mag und müsste
  4. 4Objektiv oder subjektiv? Frag, wer verpflichtet ist
Why this matters

Modalverben haben einen zweiten, „subjektiven“ Gebrauch: Damit stuft der Sprecher ab, wie sicher er sich einer Aussage ist, auf einer Skala von sicher bis unmöglich. muss: fast sicher (Das Licht brennt. Er muss zu Hause sein: Etwas anderes kann ich mir nicht denken). dürfte: wahrscheinlich (Der Zug dürfte Verspätung haben). könnte / kann: möglich (Sie könnte schon schlafen). mag: vielleicht, einräumend (Das mag stimmen: Das will ich nicht bestreiten). kann nicht: unmöglich (Das kann nicht wahr sein). müsste: eigentlich, nach allem, was man weiß (Er müsste längst da sein). Für eine Vermutung über die Vergangenheit nimmt das Modalverb den Infinitiv II, also Partizip II + haben / sein: Er muss krank gewesen sein, Sie dürfte den Zug verpasst haben, Es könnte geregnet haben. Das Modalverb selbst bleibt im Präsens (oder im Konjunktiv II bei dürfte/könnte/müsste); die Zeit steckt im Infinitiv. Das ist das ganze System der Vermutungsmodalität im Deutschen, und Nachrichten, Krimis und das alltägliche Rätselraten (Wo ist er? Er dürfte im Stau stehen) leben davon. Diese Übung trainiert beide Hälften: die Vermutung über die Gegenwart (eine Lücke: das Modalverb) und die über die Vergangenheit (zwei Lücken: das Modalverb und am Ende das Hilfsverb haben / sein). Die subjektiven Modalverben des Hörensagens, soll und will, haben eine eigene Übung.

Question 1 of 10 · eins
eins1zwei2drei3vier4fünf5sechs6sieben7acht8neun9zehn10

Vermutung

Das Licht brennt, und das Auto steht vor der Tür. Er zu Hause sein. (almost certain)

The light is on and the car is outside. He must be at home.