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Lesen: Zeitungsartikel

Lesson · 3 rules · about 3 min

Wer spricht, die Quelle oder der Autor? Lies ein Feuilleton über die Langsamkeit und lass dir die Antwort von den Verbformen geben.

  1. 1Quelle oder Autor? Schau auf die Verbform
  2. 2Der Autor sichert sich mit könnte ab
  3. 3Die Mittel des Feuilletons
Why this matters

Ein Feuilletonartikel von etwa 410 Wörtern über die Wiederentdeckung der Langsamkeit. Er hat eine klare Architektur: eine gehobene Eröffnung mit einem dreifachen sei es … sei es … sei es; zwei Fachleute, die uneins sind, beide im Konjunktiv I wiedergegeben, der Verbform der indirekten Rede (die Soziologin Karin Wendt: Die neue Langsamkeit sei daher weniger Nostalgie als Notwehr.; der Ökonom Thomas Berger: Langsamkeit, so Berger, lasse sich nur deshalb so gut verkaufen, weil sie knapp geworden sei.); dann das eigene Urteil des Autors im Indikativ (Beide haben recht, und gerade darin liegt das Interessante.), eine ironische Nebenbemerkung (gemächlich, versteht sich) und eine Warnung zum Schluss. Die Fragen wollen wissen, was jede Quelle behauptet, wie der Autor sie gewichtet und was das Ende bedeutet. Sortier also zuerst jeden Satz nach der Stimme: Konjunktiv = eine Quelle, Indikativ = der Autor.

Die Rückkehr der Langsamkeit

Inmitten einer Gesellschaft, die Geschwindigkeit zum Maß aller Dinge erhoben hat, formiert sich leiser Widerstand. Man begegnet ihm an unerwarteten Orten, sei es in Kochkursen, in denen ein Brotteig drei Tage ruhen darf, sei es auf Bahnsteigen, wo Reisende bewusst den Nachtzug nach Rom nehmen statt des Flugzeugs, sei es in Buchhandlungen, deren Ratgeber zur Entschleunigung inzwischen ganze Regalwände füllen.

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